Die Ohrakupunktur ist eine therapeutische Methode, bei der bestimmte Punkte an der Ohrmuschel stimuliert werden. Das Ohr wird dabei als Reflexzone betrachtet, in der sich verschiedene Bereiche des Körpers widerspiegeln. Durch das Setzen sehr feiner Nadeln können regulierende Prozesse im Körper angeregt und die Selbstregulation unterstützt werden.
Herkunft
Die Ohrakupunktur hat ihre Wurzeln in der chinesischen Medizin, wurde in ihrer heutigen Form jedoch im 20. Jahrhundert durch den französischen Arzt Paul Nogier geprägt. Er erkannte, dass bestimmte Punkte am Ohr mit dem gesamten Körper verbunden sind, und entwickelte daraus die Aurikulotherapie. Dabei wird das Ohr als Reflexzone verstanden, die den Körper widerspiegelt. Diese Methode verbreitete sich anschließend international und wurde weiterentwickelt.
Stand heute
Heute wird die Ohrakupunktur weltweit ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt. Studien zeigen in vielen Bereichen positive Effekte, vor allem in der Schmerztherapie und zur Unterstützung der Entspannung. Als mögliche Wirkmechanismen werden Einflüsse auf das Nervensystem und die Regulation körpereigener Prozesse diskutiert. Insgesamt gilt die Ohrakupunktur als gut verträgliche, sanfte Methode, die den Körper in seiner Selbstregulation unterstützen kann.
Behandlung
Die zu behandelnden Punkte werden durch Befragung und Tastbefund bestimmt. Anschließend werden sterile Einmalnadeln gesetzt.
Die Nadeln verbleiben etwa 20 Minuten im Ohr. Je nach Behandlung können auch kleine Dauernadeln oder Ohrkügelchen mit Pflaster verwendet werden, die mehrere Tage am Ohr verbleiben.
Ohrakupunktur nutzen wir zum Beispiel bei:
akuten & chronischen Schmerzen
Verspannungen des Bewegungsapparats
funktionellen Beschwerden
Stress, innerer Unruhe, Schlafstörungen
Unterstützung bei Entspannungs- und Regulationsprozessen
Begleitung bei Verhaltensänderungen (z. B. Raucherentwöhnung)
Wichtige Hinweise zur Ohrakupunktur:
Mögliche Empfindungen während der Behandlung
kurzes Stechen, leichtes Druckgefühl, Wärme oder Kribbeln, Entspannung oder Müdigkeit
Mögliche Nebenwirkungen
Die Ohrakupunktur gilt als gut verträgliche Methode. Selten können kleine Blutungen oder Blutergüsse, Druckempfindlichkeit am Ohr, kurzfristiger Schwindel oder lokale Hautreizungen auftreten.
Bitte informieren Sie vor der Behandlung, wenn folgende Punkte auf Sie zutreffen:
Einnahme blutverdünnender Medikamente, Blutgerinnungsstörungen, Neigung zu Kreislaufproblemen oder Ohnmacht, Schwangerschaft, Hautveränderungen oder Entzündungen am Ohr, Allergien gegen Pflaster oder Metalle
Ohrakupunktur ist eine unterstützende Behandlungsmethode
Sie ersetzt keine notwendige medizinische Untersuchung oder Behandlung, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen. Der Behandlungserfolg kann individuell unterschiedlich sein.
Hinweis zum Thema Krankenversicherung:
Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten einer Heilpraktikerbehandlung nicht. Eventuell besitzen Sie eine private Krankenzusatzversicherung, die Kosten für alternative Heilmethoden bezuschusst oder übernimmt.
Die Höhe der Kostenübernahme hängt vom versicherten Tarif ab. Es werden nicht in jedem Fall alle Kosten übernommen, weshalb man vor Behandlungsbeginn Rücksprache mit seinem Versicherer halten sollte.
Gut zu wissen:
Da jeder Mensch unterschiedliche Beschwerden mitbringt, müssen die Therapien und Empfehlungen individuell erstellt werden. Daraus ergibt sich, dass es nicht bei allen Behandlungen und Beratungen Festpreise gibt. Im Erstgespräch (Anamnese) werden Sie über Art und Umfang der notwendigen Behandlung und die Behandlungskosten informiert, die im Rahmen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) abgerechnet werden.
Ersttermin
Der Ersttermin beinhaltet in der Regel die vollständige Anamnese (Ihre bisherige Krankengeschichte). Nehmen Sie sich für diesen Termin deshalb ausreichend Zeit. Die Naturheilkunde eignet sich immer als ergänzende Therapieform.
Die Benennung der aufgeführten Erkrankungen stellt kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung dar. Einige der aufgeführten Erkrankungen bedürfen einer schulmedizinischen Abklärung oder werden begleitend zur schulmedizinischen Versorgung in der Naturheilpraxis behandelt.
